Das Elend der Sechsbeiner

März 2019, Hamburger Galerie „Kunstzimmer Eppendorf“

Insekten sind mit 1,3 Millionen Spezies die artenreichste Klasse aller Tiere – und in großer Not. Studien von Biologen zeigen einschneidende Verluste bei Bienen, Schmetterlingen und anderen Kerbtieren. Im Oktober 2017 etwa offenbarte eine Untersuchung deutscher Wissenschaftler, die 27 Jahre lang hiesige Schutzgebiete untersucht hatten, dass dort in dieser Zeit die Biomasse von Fluginsekten um mehr als 75 Prozent geschrumpft ist.

Die Ursachen des dramatischen Sterbens sind vielfältig. Hauptsächlich die Zerstückelung der Landschaft, die intensive Nutzung der Äcker durch Monokulturen, das Spritzen von Pestiziden und auch der Klimawandel sowie die Lichtverschmutzung setzen den Tieren zu.

Die Folgen dieser menschlichen Eingriffe sind fatal: Wenn Insekten fehlen, können zahlreiche Pflanzen nicht mehr bestäubt werden, Feld- und Gartenfrüchte verkümmern, Ernteausfälle drohen. Viele Vogelarten haben dann keine Nahrung mehr; auch Spinnen, Frösche, Eidechsen, Fledermäuse, Maulwürfe und Igel. Eine Reihe von Insekten verdaut abgestorbene Pflanzen und Kadaver, ihr Kot wird von Mikroben weiterverarbeitet, so werden die Nährstoffe im Boden wieder verfügbar gemacht. Auch dieser Prozess wird unterbunden. Die gesamte Dimension der Schäden im Ökosystem können Wissenschaftler derzeit noch gar nicht überblicken.

Als erste hierzulande haben Horst Güntheroth und Heinrich Hohenberg dieses Thema künstlerisch bearbeitet und in ihrer Ausstellung „Verkannt, verachtet, vergiftet. Vom Sterben der Insekten“ präsentiert. Dazu fertigte Güntheroth folgende Werke: